Drainage im Garten anlegen: So bleibt Ihr grünes Paradies trocken und gesund

Warum eine Drainage im Garten sinnvoll ist

Wenn Wasser nach starken Regenfällen lange auf der Oberfläche steht oder Beete selbst Tage später noch „sumpfig“ wirken, liegt meist keine Frage der Bewässerung vor, sondern ein Problem im Wasserhaushalt des Bodens. Gerade in vielen Regionen in Deutschland (z. B. Norddeutschland mit schweren Böden) und Österreich (z. B. Hanglagen, lehmige Talböden oder verdichtete Gartenflächen in Siedlungsgebieten) ist eine gezielte Entwässerung oft der Schlüssel zu einem dauerhaft schönen Garten.

Eine gut geplante Gartenentwässerung bringt mehrere Vorteile:

  • Schutz der Pflanzenwurzeln: Staunässe verdrängt Sauerstoff im Boden – Wurzeln faulen, Pilzkrankheiten nehmen zu.
  • Stabilere Bodenstruktur: Verdichtungen werden reduziert, das Bodenleben (Regenwürmer, Mikroorganismen) bleibt aktiv.
  • Weniger Moos und kahle Stellen im Rasen: Nasse, verdichtete Böden fördern Moos und schwächen Gräser.
  • Schutz von Wegen, Terrassen und Fundamenten: Wasser, das sich staut, findet Wege – oft genau dort, wo es Schaden verursacht.
  • Bessere Nutzbarkeit: Der Garten ist schneller begehbar und pflegbar, auch nach Regen.

Wichtig: Drainage bedeutet nicht, den Garten „auszutrocknen“. Ziel ist ein ausgeglichenes Feuchtelevel, bei dem Wasser nach Regenereignissen versickern oder kontrolliert ablaufen kann, ohne dauerhaft im Wurzelraum zu stehen.

Ursachen für Staunässe – und wie Sie sie erkennen

Bevor Sie eine Drainage im Garten anlegen, sollten Sie verstehen, warum das Wasser nicht abfließt. In der Praxis sind meist mehrere Faktoren beteiligt:

1) Schwere Böden (Lehm- und Tonanteile)

Lehmige Böden speichern Wasser gut, lassen es aber oft nur langsam versickern. Nach Starkregen kann sich Wasser in den oberen Schichten stauen. Typische Anzeichen sind Pfützenbildung und ein „schmieriger“ Boden, der beim Betreten stark verdichtet.

2) Verdichtung durch Bauarbeiten, Maschinen oder häufiges Begehen

Besonders nach Neubau oder Umgestaltung sind viele Gartenflächen verdichtet (Bagger, Materiallagerung). Verdichtung wirkt wie eine Sperrschicht: Wasser bleibt oben stehen, statt in tiefere Bodenschichten zu gelangen.

3) Ungünstige Topografie und fehlendes Gefälle

In Senken sammelt sich Wasser. In Hanglagen fließt Wasser zwar ab, kann aber an Übergängen (z. B. Terrasse–Rasen) zu Stauwassersäumen führen, wenn es keine definierte Ableitung gibt.

4) Hoher Grundwasserstand oder Schichtenwasser

In manchen Gebieten (z. B. Auen, Tallagen) kann Grundwasser nach oben drücken. Häufiger ist Schichtenwasser: Wasser staut sich auf einer weniger durchlässigen Bodenschicht (z. B. verdichteter Untergrund, Mergel).

Ein schneller Praxistest: das Spatenprofil

  • Heben Sie ein ca. 50–60 cm tiefes Loch/Profil aus.
  • Prüfen Sie, ob sich in tieferen Bereichen Wasser sammelt.
  • Achten Sie auf harte, dichte Schichten (Spaten „springt“ ab) oder sehr klebrigen Lehm.

Ergänzend hilft ein Versickerungstest: Loch (30 cm tief) ausheben, mit Wasser füllen und messen, wie lange es braucht, bis das Wasser versickert. Bleibt das Wasser lange stehen, ist eine Drainagelösung meist sinnvoll.

Drainage im Garten anlegen: Systeme im Überblick

Je nach Problemzone und Gartenstruktur kommen unterschiedliche Systeme infrage. In Deutschland und Österreich sind vor allem diese Varianten verbreitet:

1) Rohrdrainage (klassische Dränrohre)

Ein Netzwerk aus perforierten Rohren sammelt Wasser im Boden und leitet es zu einem Abfluss- oder Sammelpunkt. Das ist eine sehr effektive Lösung für Rasenflächen, größere Beete oder Bereiche mit wiederkehrender Staunässe.

  • Vorteile: leistungsfähig, planbar, langlebig.
  • Nachteile: Erdarbeiten, korrekte Filterung wichtig (sonst Versandung).

2) Flächendrainage / Sickergraben (Kiespackung)

Ein breiterer Graben, der mit Kies/Schotter (und ggf. Rohr) gefüllt ist, kann Wasser schnell aufnehmen und seitlich ableiten. Ideal, wenn Sie nur Teilbereiche entschärfen möchten.

3) Rigole (Versickerungsanlage)

Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicherraum (z. B. mit Rigolenkörpern oder Kies), in den Wasser eingeleitet und dann langsam versickert. Sehr beliebt für die Entwässerung von Dach- oder Terrassenwasser – besonders dort, wo kein Kanalanschluss genutzt werden soll oder darf.

4) Oberflächenentwässerung (Rinnen, Linienentwässerung)

Für Terrassen, Einfahrten oder Wege sind Entwässerungsrinnen oft die erste Wahl. Sie fangen Wasser an der Oberfläche ab, bevor es in Beete oder an Hauswände läuft.

5) Punktentwässerung (Einläufe/Gullys)

Einzelne Bodenabläufe eignen sich für Mulden, Hofeinfahrten oder Stellen, an denen Wasser gezielt zusammenläuft.

Planung: Die wichtigsten Grundregeln für eine funktionierende Garten-Drainage

Bevor Sie zur Schaufel greifen, lohnt eine saubere Planung. Gerade beim Vorhaben „Drainage im Garten anlegen“ entscheidet die Vorbereitung über Erfolg oder Frust.

Gefälle richtig planen

Drainagerohre brauchen ein leichtes, durchgehendes Gefälle, damit Wasser zuverlässig abfließt. In der Praxis haben sich folgende Richtwerte bewährt:

  • 0,5–1 % Gefälle (also 0,5–1 cm pro Meter) für lange Leitungen
  • bei kurzen Strecken ggf. bis 2 %, wenn es die Situation erlaubt

Zu viel Gefälle ist nicht automatisch besser: Das Wasser kann zu schnell ablaufen und feine Partikel mitreißen, was die Filterung belastet.

Wohin mit dem Wasser? (Ableitung/Versickerung)

Das ist der Punkt, der oft unterschätzt wird: Eine Drainage sammelt Wasser – aber dann braucht es ein Ziel. Möglich sind:

  • Versickerung über Rigole/Sickerschacht (wenn Boden geeignet und rechtlich zulässig)
  • Einleitung in Regenwasserkanal (nur, wenn erlaubt; häufig genehmigungs- bzw. anschlusspflichtig)
  • Zisterne/Regenwassertank als Zwischenspeicher (Gartenbewässerung)
  • Entwässerungsgraben auf dem Grundstück (mit ausreichendem Abstand zu Gebäuden)

Hinweis für Deutschland/Österreich: Die Einleitung in öffentliche Systeme oder Gewässer ist teils genehmigungspflichtig. Klären Sie im Zweifel mit Gemeinde, Wasserverband oder Bauamt, welche Regeln vor Ort gelten (Stichworte: Niederschlagswasser, Versickerung, Einleitgenehmigung, Abstandsflächen).

Abstände zu Haus und Nachbargrundstück

Leiten Sie Wasser nicht in Richtung des Kellers oder zum Nachbarn. Halten Sie je nach System ausreichend Abstand zu Fundamenten. Bei Unsicherheit (z. B. Altbau, Keller, Hangdruckwasser) ist eine Fachberatung sinnvoll.

Materialliste: Was Sie für eine Rohrdrainage typischerweise brauchen

Für die gängigste Variante (Rohrdrainage mit Filtervlies) benötigen Sie meist:

  • Drainagerohr (perforiert), z. B. DN 80 oder DN 100 – je nach Fläche
  • Filtervlies/Geotextil (verhindert Verschlammung/Einspülen von Feinanteilen)
  • Drainagekies (z. B. 8/16 oder 16/32, regional unterschiedlich verfügbar)
  • Sand (ggf. als Ausgleichsschicht)
  • Kontroll- und Spülschächte (bei längeren Strängen oder Richtungswechseln)
  • Verbinder, Bögen, Endkappen
  • Optional: Drainageplatten/Dränmatten (bei speziellen Anwendungen)

Tipp: Nutzen Sie lieber ein hochwertiges, geeignetes Filtervlies als „irgendein“ Unkrautvlies. Geotextilien sind nach Filterklassen ausgelegt – das zahlt sich gegen Verstopfung aus.

Schritt-für-Schritt: Drainage im Garten anlegen (Rohrdrainage)

Die folgenden Schritte zeigen eine praxistaugliche Vorgehensweise für typische Gartenflächen. Passen Sie Maße und Rohrdimension an Ihre Situation an.

1) Verlauf festlegen und markieren

Skizzieren Sie die Fläche und definieren Sie:

  • wo Wasser steht (Problemzonen)
  • wo die Hauptleitung laufen soll
  • wo Seitenstränge sinnvoll sind (z. B. „Fischgrätenmuster“)
  • wo der Sammelpunkt/Abfluss liegt

Markieren Sie den Verlauf mit Schnur, Sprühfarbe oder Pflöcken.

2) Gräben ausheben (Tiefe und Breite)

Für Garten-Drainagen sind häufige Richtwerte:

  • Tiefe: ca. 40–80 cm (je nach Nutzung, Frost, Wurzelraum)
  • Breite: ca. 20–40 cm (je nach Rohr und Kiespackung)

Wichtig ist eine gleichmäßige Sohle mit geplantem Gefälle. Bei größeren Flächen kann ein Minibagger die Arbeit massiv erleichtern.

3) Filtervlies einlegen

Legt man das Vlies zuerst in den Graben (wie eine „Wanne“), lässt sich die Kiespackung später sauber einschlagen. Das schützt vor dem Eintrag feiner Bodenpartikel.

4) Drainagekies einbringen (Bettung)

Geben Sie eine erste Schicht Kies als Bettung ein, typischerweise 5–10 cm. Darauf liegt das Rohr stabil und kann Wasser aufnehmen.

5) Drainagerohr verlegen

  • Rohr auf die Kiesbettung legen und Gefälle prüfen.
  • Bei Richtungswechseln sanfte Bögen bevorzugen (bessere Spülbarkeit).
  • Bei längeren Strecken oder Abzweigen Kontrollschächte vorsehen.

Praxis-Hinweis: Viele Rohre haben Markierungen oder eine definierte Lage der Perforation. Halten Sie sich an die Herstellerangaben (meist seitlich/unten, damit Wasser eintritt, aber kein Material direkt einspült).

6) Rohr umhüllen: Kies auffüllen und Vlies schließen

Füllen Sie Kies bis einige Zentimeter über das Rohr auf. Dann schlagen Sie das Filtervlies über der Kiespackung zusammen, sodass eine saubere Trennung zum Oberboden entsteht.

7) Oberboden aufbringen und Fläche wiederherstellen

Zum Schluss kommt der Aushub (Oberboden) zurück. Verdichten Sie nicht zu stark – Ziel ist eine stabile, aber wasseraufnahmefähige Oberfläche. Rasen wird neu eingesät oder als Rollrasen verlegt, Beete werden mit Kompost/Strukturmaterial verbessert.

Abstände, Verlegetiefen, Rohrdurchmesser: praktische Faustregeln

Die exakten Werte hängen von Boden, Regenintensität und Fläche ab. Als Orientierung:

  • Rohrdurchmesser: DN 80–100 für viele Hausgärten ausreichend; bei großen Flächen ggf. größer
  • Abstand der Stränge: häufig 2–6 m (bei sehr schweren Böden enger)
  • Verlegetiefe: meist 50–80 cm, damit der Wurzelraum entlastet wird

Bei Unsicherheit lohnt es, zumindest für Planung und Dimensionierung eine kurze Fachberatung einzuholen – besonders, wenn Gebäude in der Nähe sind oder Sie Wasser in eine Versickerungsanlage einleiten möchten.

Alternative: Sickergraben anlegen (einfach, effektiv für Teilbereiche)

Wenn Staunässe nur punktuell auftritt (z. B. am unteren Ende einer Rasenfläche), kann ein Sickergraben eine pragmatische Lösung sein.

So gehen Sie vor

  • Graben ausheben (z. B. 40–60 cm tief, 30–50 cm breit).
  • Mit Filtervlies auskleiden.
  • Mit Kies/Schotter füllen, optional ein Drainagerohr integrieren.
  • Oben mit Vlies abdecken und mit Boden oder Splitt abschließen.

Ein Sickergraben nimmt Wasser schnell auf und verteilt es. Er ersetzt aber nicht immer eine vollständige Rohrdrainage, wenn großflächig Wasser ansteht.

Rigole und Sickerschacht: Wasser versickern lassen statt ableiten

In vielen Gemeinden in Deutschland und Österreich wird die Versickerung von Niederschlagswasser gefördert oder bevorzugt, um Kanäle zu entlasten. Eine Rigole ist dafür eine moderne Lösung.

Wann ist eine Rigole sinnvoll?

  • Wenn Sie Wasser (z. B. von Terrasse, Einfahrt, Dach) vor Ort versickern lassen möchten.
  • Wenn kein geeigneter Ablauf vorhanden ist.
  • Wenn der Boden zumindest in tieferen Schichten ausreichend versickerungsfähig ist.

Wichtige Punkte

  • Vorfilterung: Laubfang, Sedimentfang oder Filterkorb reduzieren Eintrag von Schmutz.
  • Abstände: zu Gebäuden, Grenzen und Bäumen beachten.
  • Bemessung: hängt von angeschlossener Fläche und örtlicher Regenspende ab.

Für Rigolen ist häufig eine grobe Bemessung noch machbar, doch bei größeren Dachflächen oder schwierigen Böden ist eine fachliche Auslegung empfehlenswert.

Typische Fehler beim Drainagebau – und wie Sie sie vermeiden

Viele Probleme entstehen nicht, weil Drainagen „nichts taugen“, sondern weil Details nicht stimmen. Die häufigsten Stolpersteine:

  • Kein klares Ziel für das Wasser: Ohne Ableitung/Versickerung ist die Drainage nur ein „nasser Graben“.
  • Zu wenig oder ungleichmäßiges Gefälle: Wasser bleibt im Rohr stehen, Sedimente setzen sich ab.
  • Kein Filtervlies oder falsches Material: Rohre verschlammen, Leistung sinkt stark.
  • Falscher Kies: Zu feines Material verstopft, zu hoher Feinanteil verschlechtert die Filterwirkung.
  • Zu geringe Dimensionierung: Bei Starkregen ist das System schnell überlastet.
  • Keine Spülmöglichkeit: Ohne Kontrollschächte ist Wartung schwierig.

Merksatz: Eine Drainage ist ein System aus Sammeln, Filtern und Ableiten/Versickern – wenn ein Teil fehlt, leidet die Funktion.

Drainage und Bodenverbesserung: die perfekte Kombination

Gerade bei schweren Böden lohnt es, Drainagebau mit nachhaltiger Bodenverbesserung zu verbinden. So brauchen Sie oft weniger „Technik“ – und der Garten bleibt langfristig stabil.

Was hilft bei schweren Böden?

  • Kompost (Qualitätskompost, reif): verbessert Struktur und Bodenleben.
  • Humusaufbau: regelmäßige organische Substanz statt einmaliger „Sandkur“.
  • Mulchen: schützt vor Verschlämmung und fördert Regenwürmer.
  • Tiefenlockerung (gezielt, nicht bei Nässe): löst Verdichtungen.

Reiner Sandauftrag kann kurzfristig helfen, führt aber ohne organische Substanz in lehmigen Böden manchmal zu ungünstigen Mischungen. Besser ist eine strukturstabile Mischung aus organischer Substanz und geeigneten mineralischen Anteilen – angepasst an Ihren Bodentyp.

Drainage im Rasen: Was besonders zu beachten ist

Rasen reagiert empfindlich auf Staunässe: Sauerstoffmangel, Pilzdruck und Moos nehmen zu. Wenn Sie eine Drainage im Rasenbereich planen:

  • Wählen Sie Strangabstände eher enger bei schweren Böden.
  • Planen Sie die Wiederherstellung: Oberboden, Saatgut, Startdünger (maßvoll) und Bewässerung.
  • Vermeiden Sie Verdichtung: Arbeiten Sie nicht, wenn der Boden sehr nass ist.

Für kleinere Problemstellen kann auch Hohlspoon-Aerifizieren plus Sand/Kompost-Topdressing helfen. Bei dauerhaftem Wasserstau ist aber meist eine echte Drainage die nachhaltigere Lösung.

Drainage an Terrasse, Einfahrt und Wegen

Hier geht es oft weniger um den Wurzelraum und mehr um den Schutz der Bausubstanz sowie sichere, rutschfreie Oberflächen.

Linienentwässerung (Rinnen)

  • Ideal entlang von Terrassenkanten, Garageneinfahrten, Hofbereichen.
  • Wasser wird an der Oberfläche abgefangen und in einen Ablauf geleitet.
  • Achten Sie auf frostsicheren Einbau und passende Belastungsklasse (PKW-Bereich!).

Dränschicht unter Pflasterflächen

Unter Pflaster oder Platten ist ein korrekter Aufbau entscheidend: Tragschicht, Bettung, Gefälle. Eine Dränschicht kann helfen, dass Wasser nicht in Richtung Haus steht. Bei großen Flächen ist die Kombination aus Gefälle + Rinne + Versickerung oft am effektivsten.

Rechtliches und regionale Besonderheiten (Deutschland & Österreich)

Auch im privaten Garten gilt: Wasserableitung ist nicht immer „frei“. Je nach Kommune können Regeln greifen, etwa:

  • Niederschlagswassergebühr und Anforderungen an Versickerung/Entkopplung (teils relevant in DE)
  • Einleitung in Kanal nur mit Zustimmung/Anschlussbedingungen
  • Versickerung nur bei geeigneten Bodenverhältnissen und mit Mindestabständen
  • Nachbarschaftsrecht: Wasser darf nicht auf Nachbargrundstücke umgeleitet werden

In Österreich können je nach Bundesland und Gemeinde zusätzliche Vorgaben gelten (z. B. bei Sickeranlagen oder bei Hangwasser). Klären Sie insbesondere bei größeren Projekten kurz die lokalen Rahmenbedingungen.

Wartung: So bleibt die Drainage dauerhaft leistungsfähig

Eine gut gebaute Drainage ist relativ wartungsarm – aber nicht wartungsfrei. Damit alles funktioniert:

  • Kontrollschächte 1–2× pro Jahr prüfen (Laub, Sedimente).
  • Nach Starkregen beobachten: Gibt es Rückstau? Steht Wasser ungewöhnlich lange?
  • Bei Bedarf spülen (Gartenschlauch, Spüldüse oder Fachbetrieb).
  • Oberflächen sauber halten: Rinnen und Einläufe von Laub und Erde befreien.

Kosten und Aufwand: womit Sie rechnen sollten

Die Kosten hängen stark von Fläche, Boden, Zugänglichkeit (Handarbeit vs. Minibagger), Materialqualität und Ziel der Ableitung ab. Typische Kostentreiber sind:

  • Erdarbeiten (Aushub, Abtransport, Wiederaufbau)
  • Kies/Schotter und Filtervlies
  • Schächte, Rinnen, Anschlussmaterial
  • Rigolenmodule oder Sickerschacht (bei Versickerungslösungen)

Wer handwerklich fit ist, kann viel in Eigenleistung machen. Bei komplizierten Situationen (Keller, Hangdruck, hoher Grundwasserstand) ist es jedoch sinnvoll, zumindest die Planung oder kritische Abschnitte vom Fachbetrieb begleiten zu lassen.

Checkliste: Passt eine Drainage zu Ihrem Garten?

  • Steht Wasser nach Regen länger als 24–48 Stunden?
  • Gibt es Moos, Pilzprobleme oder gelbe Stellen im Rasen trotz Pflege?
  • Ist der Boden sehr lehmig oder nach Bauarbeiten verdichtet?
  • Liegen Beete/Flächen in einer Senke oder am Hangfuß?
  • Haben Sie eine klare Lösung für Ableitung oder Versickerung?

Wenn Sie mehrere Punkte mit „Ja“ beantworten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine gezielte Entwässerung sinnvoll ist.

Fazit: Trocken, gesund und trotzdem natürlich

Eine durchdachte Entwässerung ist eine Investition in die Gesundheit Ihres Gartens: weniger Staunässe, stabilere Pflanzen, besser nutzbare Flächen und mehr Schutz für Wege und Gebäude. Wer eine Drainage im Garten anlegen möchte, sollte vor allem auf drei Dinge achten: Ursache verstehen, System passend wählen und Wasser sinnvoll ableiten oder versickern. Kombiniert mit Bodenverbesserung entsteht so ein Garten, der auch bei Starkregen entspannt bleibt – und in Trockenphasen dennoch Wasser speichern kann.

FAQ: Häufige Fragen zur Garten-Drainage

Wie tief sollte eine Drainage im Garten liegen?

Für viele Hausgärten sind 50–80 cm eine praxistaugliche Spanne. Entscheidend sind Wurzelraum, Bodenaufbau und das gewünschte Ziel (Rasen, Beet, Weg). In sehr flachen Systemen kann die Wirkung begrenzt sein.

Kann ich eine Drainage ohne Rohr bauen?

Ja, z. B. als Sickergraben mit Kiespackung und Filtervlies. Für größere, dauerhaft nasse Flächen ist eine Rohrdrainage jedoch häufig effizienter und besser kontrollierbar.

Was ist besser: Ableiten in den Kanal oder versickern?

Versickerung ist oft ökologisch sinnvoll, aber nur bei geeignetem Boden und unter Einhaltung lokaler Regeln. Kanalanschluss kann funktionieren, ist jedoch je nach Gemeinde genehmigungs- oder gebührenrelevant. Die beste Lösung ist die, die rechtlich zulässig und technisch passend ist.

Wie verhindere ich, dass die Drainage verstopft?

Mit richtigem Filtervlies, geeignetem Kies, sauberen Anschlüssen und idealerweise Kontrollschächten. Zusätzlich hilft regelmäßige Sichtkontrolle und bei Bedarf Spülen.

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