Warum es sich lohnt, defekte Dachziegel früh zu ersetzen

Ein einzelner gerissener oder verrutschter Ziegel wirkt zunächst harmlos. In der Praxis kann jedoch bereits eine kleine Öffnung im Deckmaterial dazu führen, dass Regen, Schmelzwasser oder Treiber-Schnee unter die Eindeckung gelangt. Gerade in Regionen mit häufigem Frost-Tau-Wechsel (Alpenvorland, Mittelgebirge, viele Teile Österreichs) kann Wasser in feine Risse eindringen und sie bei Frost weiter aufsprengen.

Typische Folgeschäden, wenn nicht zeitnah reagiert wird:

  • Durchfeuchtete Dämmung mit spürbarem Wärmeverlust und Schimmelrisiko.
  • Schäden an der Unterspannbahn bzw. Unterdeckung, die im Ernstfall die zweite wasserführende Ebene bildet.
  • Fäulnis an Latten, Konterlatten oder Sparren (Dachstuhl).
  • Sturmschäden: Locker liegende Ziegel werden bei Wind zur Gefahr (Personen- und Sachschäden).

Die gute Nachricht: Bei kleinen Reparaturen lässt sich ein einzelner Ziegel oft relativ unkompliziert ersetzen – sofern Sie Arbeitssicherheit und Dachaufbau berücksichtigen. Dieses Vorgehen ist besonders sinnvoll, wenn Sie eine Handwerker-affine Person sind, keine Höhenangst haben und die Zugangssituation stimmt.

Ist es in Deutschland und Österreich erlaubt, Dachziegel selbst zu tauschen?

Grundsätzlich dürfen Privatpersonen am eigenen Haus Instandhaltungsarbeiten durchführen. Dennoch gibt es wichtige Einschränkungen und Praxisregeln:

  • Arbeitsschutz: Sobald Sie auf dem Dach arbeiten, besteht Absturzgefahr. Berufsgenossenschaftliche Regeln gelten zwar primär für Betriebe, aber die technischen Schutzmaßnahmen (z. B. Sicherung, Gerüst) sind aus gutem Grund Standard.
  • Versicherung: Manche Gebäudeversicherungen erwarten fachgerechte Ausführung. Dokumentieren Sie daher Zustand, Ursache und Reparatur (Fotos), besonders nach Sturm/Hagel.
  • Mietobjekte / WEG: In Mietwohnungen oder bei Eigentümergemeinschaften sind Eingriffe am Dach meist genehmigungspflichtig.
  • Denkmalschutz (häufig in Altstädten in DE/AT): Material- und Farbwahl können vorgeschrieben sein.

Praxis-Tipp: Wenn es sich um Sturm- oder Hagelschäden handelt, melden Sie den Schaden häufig vor der Reparatur Ihrer Versicherung. Oft reicht eine provisorische Sicherung (z. B. Abdeckung) bis zur Freigabe oder Begutachtung.

Wann sollten Sie besser einen Dachdecker beauftragen?

Auch wenn viele Hausbesitzer einzelne Ziegel austauschen, gibt es Situationen, in denen ein Profi die sicherere – und am Ende günstigere – Wahl ist. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, wenn:

  • Sie kein sicheres Gerüst stellen können und der Dachzugang nur über Leiter möglich wäre.
  • die Dachneigung hoch ist (steiles Satteldach) oder die Eindeckung rutschig wirkt (nass, Moos, Reif).
  • mehr als nur einzelne Ziegel betroffen sind (z. B. Hagelfeld, flächige Risse).
  • Sie Anzeichen für Undichtigkeiten im Inneren sehen (Wasserflecken, muffiger Geruch, feuchte Dämmung).
  • es sich um komplexe Bereiche handelt: First, Grat, Kehle, Dachfenster-Anschluss, Schornstein, Wandanschluss.
  • Sie unsicher sind, ob es Betondachsteine, Tonziegel oder spezielle Formen sind (z. B. Biberschwanz, Reformziegel, Flachdachziegel) und wie sie zu lösen sind.

In Österreich sind in alpinen Regionen zusätzliche Anforderungen (Schneelasten, Schneefang, Windsog) häufiger relevant. Wenn Ziegel in der Nähe von Schneefangsystemen beschädigt sind, lohnt sich die Prüfung durch einen Fachbetrieb.

Welche Dachziegel gibt es – und warum das für die Reparatur wichtig ist

Der Begriff „Dachziegel“ wird im Alltag oft für alles verwendet, was das Dach deckt. Technisch gibt es Unterschiede, die beim Austausch entscheidend sind:

  • Tondachziegel (z. B. Falzziegel, Reformziegel): klassisch, langlebig, oft mit Engobe oder Glasur.
  • Betondachsteine: meist günstiger, etwas schwerer, oft mit Beschichtung.
  • Biberschwanzziegel: häufig bei Altbauten; werden meist genagelt oder geklammert und in Doppeldeckung verlegt.
  • Flachdachziegel: moderne Optik; teils mit speziellen Klammern gegen Windsog.

Warum das relevant ist: Je nach System gibt es Falze, Nasen, Klammern, oder sogar Nägel. Ein falscher Handgriff kann intakte Ziegel beschädigen oder die Regensicherheit beeinträchtigen.

Vorbereitung: Schaden erkennen, Ursache prüfen, Material besorgen

1) Schadenbild richtig einschätzen

Bevor Sie einen Ziegel herausnehmen, klären Sie, was genau passiert ist:

  • Riss/Bruch (Hagel, Frost, Materialermüdung)
  • Verrutschter Ziegel (Windsog, defekte Klammer, falsche Verlegung)
  • Abgesprengte Ecke (mechanische Belastung, z. B. herabfallender Ast)
  • Poröse Oberfläche (Alter, aggressive Umwelteinflüsse)

Wenn mehrere Ziegel im selben Bereich betroffen sind, kann das ein Hinweis auf ein systematisches Problem sein (z. B. fehlende Sturmklammern, unzureichende Überdeckung, Materialcharge).

2) Passenden Ersatzziegel finden

Für ein optisch und technisch passendes Ergebnis benötigen Sie möglichst identische Ziegel. In Deutschland und Österreich sind viele Dächer mit gängigen Serien eindeckt, aber gerade bei älteren Häusern kann die Beschaffung knifflig sein.

So gehen Sie vor:

  • Schauen Sie auf die Unterseite eines Ziegels (oft Hersteller, Modell, Produktionscode).
  • Vergleichen Sie Form (Falzgeometrie), Größe, Decklänge und Deckbreite.
  • Wenn kein Ersatz vorhanden ist: Dachdecker, Baustoffhandel oder Online-Fachhandel mit Foto/ Maßangaben anfragen.
  • Bei sehr alten Modellen helfen oft Gebrauchtziegel-Händler oder regionale Abbruchmärkte.

Tipp für DE/AT: Halten Sie nach Stürmen (häufig Herbst/Winter) besser ein kleines Reservepaket bereit. Viele Hausbesitzer lagern 5–15 Ziegel trocken im Keller oder in der Garage.

3) Wetter und Zeitpunkt planen

Die Reparatur sollte bei trockenem Wetter erfolgen, ohne starken Wind. Ideal: bewölkt oder mild, da sehr warme Ziegel (Sommer) und sehr kalte Ziegel (Winter) leichter brechen können. In Österreichs alpinen Lagen sind frühe Vormittage im Sommer oft stabiler, während nachmittags Gewitter auftreten können.

Sicherheit zuerst: So minimieren Sie das Absturzrisiko

Wer Dachziegel selbst austauschen möchte, muss das Thema Sicherheit an erste Stelle setzen. Viele Unfälle passieren nicht durch den eigentlichen Austausch, sondern beim Auf- und Abstieg oder bei unsicherem Stand.

Gerüst, Dachleiter, Absturzsicherung

  • Gerüst: Die sicherste Lösung. Bei Arbeiten in Traufnähe kann ein Fassadengerüst mit Seitenschutz entscheidend sein.
  • Dachleiter / Dachhaken: Für den Stand auf geneigten Flächen. Die Leiter wird am First eingehängt oder mit geeigneten Halterungen gesichert.
  • PSA gegen Absturz (Auffanggurt, Seil, Anschlagpunkt): sinnvoll, wenn Sie entsprechende Kenntnisse und geeignete Anschlagpunkte haben.

Wichtig: Eine Anlegeleiter allein ist für Dacharbeiten meist nicht ausreichend. Nutzen Sie sie höchstens für den Zugang zu einem gesicherten Arbeitsplatz (z. B. Gerüstpodest).

Persönliche Schutzausrüstung und Kleidung

  • Rutschfeste Schuhe mit gutem Profil
  • Handschuhe (Schutz vor scharfen Kanten)
  • Schutzhelm (besonders bei Arbeiten unterhalb/ mit Helfern)
  • Augenschutz bei Flex-/Schneidarbeiten (wenn überhaupt nötig)

Arbeiten Sie nie allein

Mindestens eine zweite Person sollte dabei sein: zum Sichern der Leiter, zum Anreichen von Werkzeug und vor allem für Hilfe im Notfall. Das gilt besonders bei abgelegenen Einfamilienhäusern oder steilen Dächern.

Werkzeug- und Materialliste für den Ziegelaustausch

Mit der richtigen Ausstattung wird die Reparatur einfacher und Ziegel gehen weniger schnell zu Bruch.

Werkzeuge

  • Flachhebel / Schieferhammer oder ein stabiler Spachtel zum Anheben benachbarter Ziegel
  • Dachdeckerhammer (bei genagelten Systemen, z. B. Biberschwanz)
  • Ziegelzange (optional, hilfreich beim Greifen)
  • Cuttermesser (falls Klebereste/Unterspannbahn minimal gelöst werden müssen)
  • Akku-Schrauber (selten nötig, eher bei Zubehörteilen)
  • Maßband und Handy/Kamera zur Dokumentation

Material

  • Passender Ersatzziegel (Modell, Farbe, Oberfläche)
  • Sturmklammern bzw. Ziegelklammern (passend zum System)
  • Dachziegelkleber (nur wenn systemgerecht und zulässig; nicht als Allheilmittel)
  • Unterspannbahn-Reparaturband (falls die Bahn beschädigt ist)

Schritt-für-Schritt: Dachziegel austauschen (allgemeines Vorgehen)

Die genaue Technik hängt vom Ziegeltyp und der Befestigung ab. Der Grundablauf ist jedoch ähnlich.

Schritt 1: Arbeitsbereich absichern und Zugang schaffen

Stellen Sie sicher, dass unterhalb des Arbeitsbereichs niemand steht. Sichern Sie den Bereich am Boden (z. B. mit Absperrband). Legen Sie Werkzeug so ab, dass nichts herunterrutschen kann.

  • Gerüst prüfen (Belag, Geländer, Durchstieg).
  • Dachleiter sicher einhängen.
  • Werkzeugtasche nutzen, nicht alles lose mitnehmen.

Schritt 2: Defekten Ziegel lokalisieren und Umgebung prüfen

Heben Sie vorsichtig die umliegenden Ziegel minimal an (nicht verkanten), um zu sehen, ob Klammern oder Nägel im Weg sind. Prüfen Sie:

  • Ist der Ziegel geklammert (Sturmsicherung)?
  • Ist er genagelt (bei Biberschwanz häufig)?
  • Gibt es sichtbare Schäden an der Traglattung oder Unterdeckung?

Schritt 3: Benachbarte Ziegel anheben (ohne sie zu brechen)

Schieben Sie einen Flachhebel oder einen stabilen Spachtel unter die darüberliegenden Ziegel und heben Sie diese wenige Millimeter an. Ziel ist, den defekten Ziegel aus dem Falz lösen zu können. Arbeiten Sie langsam und mit Gefühl.

Hinweis: Bei kalten Temperaturen sind Ziegel spröder. In Deutschland und Österreich ist das besonders im Spätherbst und Winter relevant.

Schritt 4: Befestigung lösen (Klammer/Nagel)

Viele moderne Dächer sind mit Sturmklammern gesichert. Diese können je nach System seitlich greifen oder am Ziegelhaken sitzen.

  • Klammer lösen: Je nach Ausführung mit Zange oder durch vorsichtiges Aushebeln.
  • Nagel lösen (bei Biberschwanz): Mit Dachdeckerhammer oder geeignetem Hebelwerkzeug herausziehen.

Wenn Sie die Befestigung nicht zerstörungsfrei lösen können, ersetzen Sie sie durch eine neue, passende Klammer. Improvisierte Lösungen (Draht, Schrauben an falscher Stelle) können Folgeschäden verursachen.

Schritt 5: Defekten Ziegel herausnehmen

Ist die Sicherung gelöst, ziehen Sie den Ziegel nach unten aus der Überdeckung und aus dem Seitenfalz. Bei Falzziegeln funktioniert das meist mit einem leichten Schieben und Kippen.

  • Bruchstücke sofort entfernen.
  • Darauf achten, dass nichts in die Dachrinne fällt.

Schritt 6: Unterspannbahn und Lattung kontrollieren

Bevor der neue Ziegel eingesetzt wird, prüfen Sie die zweite wasserführende Ebene:

  • Unterspannbahn gerissen? Kleinere Risse können mit geeignetem Reparaturband geklebt werden (sauber, trocken, kompatibel).
  • Lattung verfault? Weiche, dunkle Stellen oder bröseliges Holz sind Warnzeichen. Dann ist ein Dachdecker sinnvoll, da Lattenwechsel mehr Demontage erfordert.
  • Nägel/Schrauben locker? Sichtprüfung reicht oft.

Schritt 7: Neuen Dachziegel einsetzen

Schieben Sie den Ersatzziegel in die richtige Position:

  • Zuerst in den Seitenfalz führen.
  • Dann nach oben unter den darüberliegenden Ziegel schieben, bis er sauber sitzt.
  • Auf korrekte Deckung achten: Der Ziegel darf nicht „auf Spannung“ stehen.

Der Ziegel sollte plan in der Fläche liegen und nicht klappern. Eine leichte Beweglichkeit ist je nach System normal, aber er darf nicht lose wirken.

Schritt 8: Ziegel wieder sichern (Sturmklammern korrekt setzen)

In windreichen Regionen (Norddeutschland, exponierte Lagen in Bayern/Österreich) ist die Windsogsicherung besonders wichtig. Setzen Sie die passende Klammer so, wie es das System vorsieht. Wenn vorher geklammert war, sollte auch danach wieder geklammert sein.

Merke: Klammern sind nicht „optional“, sondern Teil der Regensicherheit und Sturmsicherheit.

Schritt 9: Sitz prüfen und Abschlusskontrolle

  • Liegt der Ziegel flächig und im Verbund?
  • Wurden alle angehobenen Ziegel wieder korrekt eingehängt?
  • Gibt es Spalten, hochstehende Ecken oder beschädigte Nachbarziegel?
  • Ist die Dachrinne frei von Bruchstücken?

Dokumentieren Sie das Ergebnis mit Fotos – hilfreich für Unterlagen, Versicherung und spätere Kontrollen.

Besonderheiten je nach Ziegeltyp

Falzziegel / Reformziegel (häufig in DE/AT)

Diese Ziegel besitzen Seiten- und Kopffalze, die ineinandergreifen. Der Austausch ist oft relativ einfach, solange die Sturmklammer erreichbar ist. Achten Sie darauf, den Falz nicht zu beschädigen – ein kleiner Ausbruch kann zu Wasserwegen führen.

Biberschwanzziegel (Altbau, Denkmalschutz)

Biberschwanzdächer sind häufig in Süddeutschland und Österreich zu finden. Sie werden je nach Deckart (Einfach-/Doppeldeckung, Kronendeckung) anders befestigt. Viele Biber sind genagelt oder geklammert, und der Zugang zu Nägeln kann durch die Überdeckung erschwert sein.

  • Arbeiten Sie besonders vorsichtig, da ältere Ziegel oft spröde sind.
  • Bei größeren Flächen oder unklarer Deckart: lieber Dachdecker hinzuziehen.

Betondachsteine

Betondachsteine sind schwerer. Das macht sie windstabil, erhöht aber die Belastung beim Handling. Kanten können bei punktueller Belastung ausbrechen. Nicht auf einzelnen Steinen „treten“, sondern Gewicht verteilen (Dachleiter).

Häufige Fehler beim Ziegelaustausch – und wie Sie sie vermeiden

  • Ohne Sicherung arbeiten: Selbst kurze Arbeiten sind riskant. Gerüst/Dachleiter ist kein Luxus.
  • Falscher Ziegeltyp: Ähnlich ist nicht gleich. Falze müssen exakt passen.
  • Zu grobes Anheben: Nachbarziegel brechen, Reparatur wird größer.
  • Klammern weglassen: Der Ziegel kann beim nächsten Sturm wieder abheben.
  • Kleber als Ersatz für Technik: Dachziegelkleber ist nur in bestimmten Systemen sinnvoll und ersetzt keine fachgerechte Befestigung.
  • Unterspannbahn ignorieren: Ein verdeckter Riss kann später Wasserschäden verursachen.

Was tun, wenn die Unterspannbahn beschädigt ist?

Wenn Sie beim Austausch entdecken, dass die Unterspannbahn eingerissen oder perforiert ist, sollten Sie den Schaden ernst nehmen. Kleine Defekte können – abhängig vom Material – mit geeignetem Reparaturband behoben werden.

So gehen Sie bei kleinen Schäden vor

  • Bereich trocken und möglichst sauber wischen.
  • Kompatibles Reparaturklebeband verwenden (Herstellerangaben beachten).
  • Band faltenfrei aufkleben und gut andrücken.

Wenn die Unterdeckung großflächig beschädigt ist oder die Lattung betroffen wirkt, ist eine lokale Ziegelreparatur oft nicht mehr ausreichend. Dann sollte ein Dachdecker die Konstruktion öffnen und fachgerecht instand setzen.

Kosten: Was kostet es, einzelne Dachziegel zu ersetzen?

Die Materialkosten sind meist überschaubar – die Hauptkosten entstehen durch Zugang und Sicherheit (Gerüst) sowie Arbeitszeit, falls ein Betrieb beauftragt wird.

  • Ersatzziegel: je nach Typ oft wenige Euro pro Stück, Spezialziegel teurer.
  • Klammern: Cent- bis kleiner Eurobereich pro Stück.
  • Gerüst: je nach Umfang ein relevanter Kostenblock (Miete/Aufbau).

Wenn Sie Dachziegel selbst austauschen, sparen Sie vor allem Lohnkosten – aber nur dann, wenn Sie die Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll lösen können. Manchmal ist ein kleiner Dachdecker-Einsatz wirtschaftlicher, als ein Gerüst nur für einen Ziegel zu stellen.

Wartung und Kontrolle: So vermeiden Sie zukünftige Schäden

Gerade in Deutschland und Österreich mit teils stark wechselnden Wetterlagen lohnt sich eine regelmäßige Sichtkontrolle.

Checkliste für die jährliche Sichtprüfung

  • Nach Sturm oder Hagel: Dachfläche vom Boden aus prüfen (Fernglas).
  • First- und Gratbereich: liegen alle Elemente plan?
  • Dachrinnen: frei von Ziegelsplittern?
  • Innen (Dachboden): gibt es feuchte Stellen, Wasserläufe, Schimmel?

Hinweis: Das Betreten des Dachs nur zur Kontrolle ist nicht empfehlenswert. Viele Schäden lassen sich ohne Betreten erkennen. Für alles andere gilt: Sicherheit und Zugang wie bei einer Reparatur.

FAQ: Häufige Fragen zum Austausch von Dachziegeln

Wie erkenne ich, ob ein Ziegel nur verrutscht oder gebrochen ist?

Verrutschte Ziegel stehen oft sichtbar aus dem Deckbild heraus oder bilden eine ungleichmäßige Linie. Brüche erkennt man an Kantenabbrüchen, sichtbaren Rissen oder fehlenden Teilen. Bei Unsicherheit: vom Dachboden aus nach Lichtspalten suchen (bei Tageslicht).

Kann ich einen Ziegel einfach „wieder reinschieben“?

Manchmal ja, wenn er nur durch Wind leicht verschoben wurde und keine Klammer fehlt. Häufig steckt aber eine gelöste Sturmklammer oder ein beschädigter Falz dahinter. Ohne erneute Sicherung kann das Problem wieder auftreten.

Ist Dachziegelkleber eine gute Lösung?

Nur in passenden Systemen und korrekt angewendet. Kleber kann eine ergänzende Maßnahme sein, ersetzt aber in der Regel nicht die mechanische Sicherung. Zudem können Verklebungen spätere Reparaturen erschweren.

Wie viele Ziegel sollte man als Reserve lagern?

Für typische Einfamilienhäuser sind 5–15 Stück sinnvoll. In hagelgefährdeten Regionen oder bei schwer beschaffbaren Modellen kann ein größerer Vorrat helfen. Lagern Sie trocken und vor UV geschützt.

Was ist mit Schneefang und Dachlawinen in Österreich?

In vielen österreichischen Regionen sind Schneefangsysteme üblich oder erforderlich, um Dachlawinen zu verhindern. Wenn Ziegel in diesem Bereich beschädigt sind, prüfen Sie auch Halterungen und Durchdringungen. Bei Unsicherheit: Fachbetrieb beauftragen, da hier Sicherheits- und Haftungsfragen relevant sind.

Fazit: Dachziegel austauschen – machbar, wenn Sicherheit und System stimmen

Ein einzelner defekter Ziegel lässt sich oft ohne großen Aufwand ersetzen, wenn Sie den passenden Ersatzziegel haben, die Befestigung (Klammern/Nägel) verstehen und vor allem die Arbeitssicherheit ernst nehmen. Wer in Deutschland oder Österreich wohnt, sollte zusätzlich Wetterextreme wie Sturm, Frost und in alpinen Lagen hohe Schneelasten berücksichtigen. Wenn Zugang, Dachneigung oder Schadensbild schwierig sind, ist der Dachdecker die bessere Wahl – denn eine fachgerechte Reparatur schützt Ihr Gebäude langfristig vor Feuchte, Wärmeverlust und teuren Folgeschäden.

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